als Transfrau im Sommerkleid

als Transfrau im Sommerkled

»Ich möchte mir einen kurzen Rock anziehen.«

Als Kind warf ich einmal meine Hose über das Radio (noch ein altes Modell mit Röhren) und sagte: »Ich will lieber ein Mädchen sein!«
Viele Jahre folgte darauf nichts, doch mit Mitte Zwanzig entwickelte ich Fantasien, Frauenkleider anzuziehen. Damals posierte ich auch für Fotos in hellblauen Shorts und rosa Oberteil, mit Schmuck und Lippenstift, schon wie eine Frau.

Lange Zeit besaß ich nur einen Rock, einige Strümpfe und Oberteile und trug die Kleider nur gelegentlich zu Hause. 1994 fand ich durch eine Anzeige im Berliner Stadtmagazin »TIP« Kontakt zu anderen Transvestiten, die sich im »Sonntags-Club« im Prenzlauer Berg trafen. Von da an lebte ich meine Neigungen immer offener aus und wagte schnell die Gang in Minirock und Stöckelschuhen auf die Straße.

Den Namen »Beverly« habe ich mir selbst ausgesucht, der Nachname »Schnett« ist so zustande gekommen: Als ich einer Transe aus Österreich ein schlüpfriges Erlebnis mit einem Mann erzählte, sagte sie: »Beverly, du bist eine Schnette«, wobei »Schnette« ein Dialektwort für eine leichtfertige Frau ist. Daraus habe ich dann »Schnett« gemacht.

eine wandlungsfähige Transsexuelle

eine wandlungsfähige Transsexuelle

»Du bist schön.«

Röcke stehen mir besser als Hosen und in der Damenabteilung finde ich mich sofort zurecht. Besondere Vorlieben habe ich für High Heels mit mindestens 10 Zentimeter hohen Absätzen, Strümpfe und Strumpfhosen und Miniröcke. Dazu ein passendes Oberteil oder auch einmal im Kleid ...
Von Natur bin ich blond, ich trage aber seit einigen Jahren gelegentlich eine Perücke mit schwarzrotem Haar.

mit schwarzen Haaren

mit schwarzen Haaren

Lange Zeit lebte ich als Freizeit-Transvestit, kleidete mich im Alltag als Mann und machte mich nur zu besonderen Gelegenheiten zurecht. So lebte ich in Berlin und auch in München, das ich trotz provinzieller Enge und horrender Mieten als angenehme und transenfreundliche Stadt erlebt habe.
Seit Herbst 2006 lebe ich auch im Alltag als Frau und bin auf dem Weg vom Transvestiten zur Transsexuellen.

mit schwarzen Haaren

mit Transenfreundin Mitzi

Als Transe »auf der Piste« habe ich schon viel erlebt. Männer haben mich angemacht und mir im Fahrstuhl den Hintern getätschelt. Ein Autofahrer rief mir nach: »Du bist geil!«, als ich im kurzen, roten Rock im Prenzelberg die Straße entlang ging. Unter der Kuppel am Potsdamer Platz stand ich für die Fotoapparate einiger Touristen vor einer Wand in Nutten-Pose. Ganz in Rot - rote Pumps, rote Strümpfe, roter Rock und rotes Oberteil, die Ohrringe auch rot - ging ich auf einen Sekt ins »Sub« in der Münchner Müllerstraße, um dann die Nacht im Hotelzimmer mit einem Liebhaber zu verbringen ...

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